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Geodäsie (DGK)

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Pressemitteilung 24. Juli 2015: Aus TIGO wird AGGO

Pressemitteilung 24. Juli 2015: Aus TIGO wird AGGO

Als einziges Geodätisches Observatorium seiner Art in Lateinamerika wurde nach dem erfolgreichen Umzug von seinem bisherigen Standort Concepción, Chile über die Anden das Argentinisch-Deutsche Geodätische Observatorium (AGGO) am 23. Juli 2015 in La Plata, Argentinien feierlich eingeweiht. Am neuen Standort betreibt das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) gemeinsam mit dem Nationalen Beirat für wissenschaftlich-technische Forschung „Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas“ (CONICET) des argentinischen Wissenschaftsministeriums diese Fundamentalstation. - Unter der Bezeichnung TIGO (Transportables Integriertes Geodätisches Observatorium) war das System seit 2001 in Chile eingesetzt.

Die Einweihung fand auf dem Gelände des Observatoriums in Anwesenheit des argentinischen Ministers für Wissenschaft, Technologie und Produktive Innovation, Dr. Lino Barañao und Staatssekretärin Frau Cornelia Rogall-Grothe des Bundesministeriums des Innern statt. Mehr als 100 Gäste kamen aus wissenschaftlichen und behördlichen Einrichtungen beider Nationen.

Künftig liefert AGGO Messdaten zu verschiedenen internationalen geodätischen Diensten, die ohne Profitabsichten von vielen Institutionen als Gemeinschaftsaufgabe getragen werden. In erster Linie sind das staatliche Weltraumagenturen, Verwaltungsbehörden, Forschungsinstitute und Universitäten, die sich an den internationalen Diensten freiwillig beteiligen. Mit dem AGGO-Observatorium lässt sich eine Lücke im globalen Beobachtungsnetz auf der südlichen Hemisphäre reduzieren – eine Aufgabe, die nun langfristig gesichert werden konnte, denn das ursprünglich transportabel konzipierte Observatorium findet in La Plata einen festen Standort.

Mit Mikrowellenbeobachtungen zu Satelliten und Quasaren, Satellitenlaserbeobachtungen und Schweremessungen werden an diesem einzigartigen Standort wichtige Beiträge zu den globalen geodätischen Bezugssystemen erbracht. Diese sind u. a. die Voraussetzung für den Betrieb der Satelliten-Navigationssysteme wie GPS und Galileo. Die hochpräzisen Atomuhren sichern den Zeitbezug. Dieses Gemeinschaftsprojekt stärkt mit wissenschaftlich-technischer Kompetenz und langfristigem Service die Position Argentiniens und Deutschlands im globalen Geoinformationswesen.

Wissenschaftlich fundierte Aussagen auf der Basis jahrzehntelanger Reihen von Beobachtungsdaten sind beispielsweise für den globalen Klimawandel mit Auswirkungen auf den Anstieg des Meeresspiegels sowie die wachsende Gefahr von Naturkatastrophen wie Erdbeben und Tsunamis von größtem Interesse, da er in besonderem Maße die zukünftigen politischen Entscheidungen beeinflusst.

Hintergrundinformationen zum Bundesamt für Kartographie und GDer Mangel an langen Beobachtungsserien an vielen Stellen der Erde macht es Entscheidern schwer, nachhaltige Maßnahmen für die nationale Entwicklung einzuleiten. Diesem Informationsmangel durch den stetigen Ausbau der Erdbeobachtung entgegenzuwirken, hat sich die 2005 gegründete Group on Earth Observation (GEO) zum Ziel gesetzt. Daneben wurde 2011 dieInitiative Global Geospatial Information Management der Vereinten Nationen (UN-GGIM) gegründet, die die globale Verfügbarkeit und Nutzung von Geoinformationen als dringliche Aufgabe einstuft. In diesem Zuge wurde 2015 die Resolution „Global Geodetic Reference Frame for Sustainable Development“ durch die VN-Generalversammlung verabschiedet. Sowohl Argentinien als auch Deutschland sind Mitglied dieser beiden Initiativen.

Hintergrundinformationen zum Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG):

Als zentraler Dienstleister des Bundes und Kompetenzzentrum für Geoinformation und Geodäsie befasst sich das BKG mit der Beobachtung (inkl. Fernerkundung) über die Datenhaltung bis hin zur Analyse, Kombination und Bereitstellung von Geodaten. Von der Arbeit des BKG, einer Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI), profitieren insbesondere Bundeseinrichtungen, die öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft – und fast jeder Bürger in Deutschland. Experten aus den verschiedensten Bereichen wie Verkehr, Katastrophenvorsorge, Innere Sicherheit, Energie und Umwelt verwenden Geodaten, Landkarten, Referenzsysteme und Informationsdienste des BKG für ihre Pläne und Untersuchungen. Weitere Informationen finden Sie unter <www.bkg.bund.de>

Pressekontakt:

Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Richard-Strauss-Allee 11 / 60598 Frankfurt am Main
E-Mail: presse<at>bkg.bund.de
Ansprechpartner: Dr. Johannes Ihde und Dr. Torben Schüler; Telefon: 0173 303 2007 / 09941 603 107; Fax: 069 6333 425; E-Mail: johannes.ihde<at>bkg.bund.de;torben.schueler<at>bkg.bund.de

(Seite erstellt: 29.07.2015)