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Geodäsie (DGK)

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Klaus Linkwitz verstorben

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Ich habe die traurige Pflicht, Ihnen den Tod eines unserer Mitglieder mitzuteilen. Am 11.06.2017 kurz vor seinem 90. Geburtstag verstarb

  Prof. Dr.-Ing. Dr.sc.techn.h.c. Dr.h.c. Klaus Linkwitz, ehemaliger Direktor des Instituts für Anwendungen der Geodäsie im Bauwesen der Universität Stuttgart und Vorsitzender der DGK 1980-1987.  

Klaus Linkwitz wurde in Bad Oeynhausen geboren und hat nach Schulzeit, Militärdienst als Luftwaffenhelfer, Gefangenschaft und Praktikantenzeit 1948  das Studium der Geodäsie in Stuttgart und München aufgenommen. Seit 1953 arbeitete er in der Praxis bei zahlreichen Ingenieurprojekten und Vermessungsexpeditionen vor allem in Zentralasien - zu dieser Zeit ausgesprochene Pionierleistungen. Neben seinem Engagement in der Wissenschaft suchte es stets die Verbindung zur Praxis - eine Eigenschaft, die ihn besonders auszeichnete und auch hohes Ansehen einbrachte. Ebenso scheute er weder Mühe noch Enttäuschung um die Verbindung zu Fachkollegen im Ausland, vor allem in Entwicklungsländern, um dort die Geodäsie im Besonderen sowie die Wissenschaft insgesamt zu fördern. - Zwei Ehrenpromotionen (ETH Zürich und TU Donetsk/Ukraine) belegen das vielfältige Engagement.

1960 wurde Herr Linkwitz mit seiner Dissertation zum Thema “Fehlertheorie und Ausgleichung von Streckennetzen nach der Theorie elastischer Systeme” promoviert. Schon vier Jahre später wurde er zum ordentlichen Professor und Direktor des Instituts für “Anwendungen der Geodäsie im Bauwesen” an der damaligen TH, nun Universität Stuttgart berufen. Über 31 Jahre lang nahm er diese Stellung wahr und führte das Institut mit seinen Arbeiten zur Ingenieurgeodäsie, Photogrammetrie, Ausgleichungsrechnung und Sonderanwendungen im Bauwesen zu weltweitem Ansehen. Im Rahmen langjähriger Sonderforschungsbereiche (1970 - 1984 SFB “Leichte Flächentragwerke”, 1984 - 1995 SFB “Natürliche Konstruktionen”, 1984 - 1995 SFB “Hochgenaue Navigation” entstanden bahnbrechende Arbeiten. Als bekanntestes Beispiel sei die führende Mitwirkung an der Konstruktion des Daches des Münchner Olympiastadions genannt. Daneben belegen zahlreiche Veröffentlichungen die Forschungstätigkeiten, wobei auch hier Linkwitz stets darum bemüht war, vor allem junge Kollegen in die Arbeiten einzubinden und auf diese Weise zu fördern.

Der Deutschen Geodätischen Kommission - nun Ausschuss Geodäsie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften - gehörte Linkwitz seit 1965 als Ordentliches, nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst 1995, als Entpflichtetes Mitglied an. Von 1980 bis 1987 nahm er den Vorsitz der DGK ein. Auch nach seiner Entpflichtung galt sein stetes Interesse den Entwicklungen der DGK - so nahm er, obwohl schon von körperlicher Gebrechlichkeit gezeichnet, selbst noch an den Jahressitzungen der DGK teil und beteiligte sich mit Engagement an den Diskussionen.

Das IAGB (Institut für Anwendungen der Geodäsie im Bauwesen) ehrte Klaus Linkwitz im Oktober 2007 mit einer Festveranstaltung.

Beerdigung: 20. Juni um 12 Uhr auf dem Friedhof in 74321 Bietigheim -Metterzimmern (Friedhofsstraße, bzw. Hinter der Kirche).

Unsere Gedanken sind mit seiner Familie und Frau Suse Iris Linkwitz. Wir wollen das Andenken an Herrn Linkwitz in Ehren halten.

 

Mit stillem Gruß

Sylvio Mannel und Helmut Hornik

Geschäftsstelle DGK